Das Thema Pflege ist in der Politik angekommen

Das Thema Pflege ist in der Politik angekommen

Andreas Westerfellhaus, Dr. Christoph M. Kösters, Ulla Schmidt, Bernd Claßen und Zeljko Turkalj (von links)

Aachen. Groß war das Interesse an der Podiumsdiskussion im Itertalklinik Seniorenzentrum Walheim; Thema: „Pflegenotstand – was ändert sich wann?“ Es diskutierten Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und Pflegebeauftragter der Bundesregierung, Ulla Schmidt, MdB, Bernd Claßen, stellvertretender Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg, Dr. med. Christoph M. Kösters, Geschäftsführer Itertalklinik Seniorenzentrum GmbH & Co.KG, und Zeljko Turkalj, Pflegedirektor Itertalklinik Seniorenzentrum.

In seinem Eingangsvortrag stellte Westerfellhaus fest, dass die Bewältigung des derzeitigen Pflegenotstandes „eine gigantische Herausforderung“ sei; die Attraktivität des Pflegeberufs müsse erheblich verbessert werden. Die Löhne in der Altenpflege lägen unter denen der Krankenpflege; die inzwischen auf 13.000 Stellen aufgestockte Anzahl weiterer Pflegekräfte könne nicht annähernd den Bedarf decken. Doch es gibt nach seinen Worten Anlass zur Hoffnung: „Es ist in Berlin eine konzertierte Aktion von drei Ministerien ins Leben gerufen worden, die mit großer Ernsthaftigkeit in fünf Arbeitsfeldern tätig ist, um Voraussetzungen zu schaffen für die notwendigen Verbesserungen des Pflegeberufs.“ Die Arbeitsgruppen aus dem Gesundheits-, dem Arbeits- und dem Familienministerium hätten sich einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten gegeben, entsprechende Lösungen zu präsentieren.

In der anschließenden Diskussion kamen nahezu alle Facetten im Zusammenhang mit dem Pflegeberuf und dessen dringend notwendiger Attraktivität für die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit zur Sprache. Dr. Christoph M. Kösters wies darauf hin, dass mindestens 100.000 Fachkräfte bundesweit vonnöten seien. „Gut aber zumindest, dass die Diskussion um den Pflegenotstand mittlerweile in der Öffentlichkeit angekommen ist.“ Im Übrigen sei die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland mit enormen Hürden verbunden. Aus eigenen – leidvollen – Erfahrungen konnte Kösters berichten, dass in Bosnien etwa ein Sachbearbeiter für die Genehmigung der Deutschland-Arbeitsaufenthalte von mehr als 1.000 Anträgen zuständig sei…

Thema Geld: Ulla Schmidt und Bernd Claßen waren sich einig, dass sowohl die bessere Bezahlung von Pflegekräften wie auch die angekündigte Erhöhung des Pflegebeitrages Schritte in die richtige Richtung seien. Mehr Sinn aber mache angesichts des Umfangs der zu verbessernden Maßnahmen eine Erhöhung der Pflegebeitrags um ein Prozent. Beide betonten: „Die Erhöhung ist ohne Alternative.“ Auch eine höhere private Absicherung könne (und sollte) sich ein Durchschnittsverdiener durchaus leisten; ebenso müsse über eine höhere Eigenbeteiligung erlaubt sein nachzudenken.

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